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Wolfgang Fleischbein
+ 4. März 2024

Wolfgang Fleischbein – Garant für Zuverlässigkeit, Sorgfalt und für ein tiefes Verständnis für das Leben im Bienenstaat – so lernte ich diesen bemerkenswerten Mann kennen, als ich mich 1986 als unerfahrene Imkerin dem Imkerverein Reinickendorf anschloss. Seine präzise Führung der Vereinskasse und die gewissenhafte Verwaltung der Gewährsstreifen für die Honiggläser zeugten von seiner Genauigkeit. Doch es war vor allem seine warmherzige Art, mit der er sein umfangreiches imkerliches  Wissen teilte und in der Mitgliederrunde stets fundierten Rat zu allen Fragen bereithielt, die im Alltag der Bienenhaltung aufkamen.

Damals war er bereits seit über zehn Jahren Mitglied des Imkervereins Reinickendorf, hatte aber schon vorher jahrelang in der Pfalz Bienen betreut.

Geboren am 14. Januar 1937 in Groß Kahlbach bei Bad Dürkheim, entdeckte Wolfgang Fleischbein bereits im Alter von 14 Jahren seine Leidenschaft für die Immen. Er durfte bei seinem Schullehrer als Imkerlehrling und –gehilfe erste Kenntnisse und praktische Erfahrungen der Bienenhaltung sammeln und trat selbst dem Imkerverein in Bad Dürkheim bei. Seiner Liebe zu den kleinen Honigsammlerinnen blieb er stets treu, auch während seiner schulischen und später akademischen Ausbildung in Mannheim sowie während seiner anschließenden verantwortungsvollen Tätigkeit als Ingenieur.

1972 siedelte er mit seiner Firma nach Berlin-Reinickendorf um und fand schnell Gelegenheit, sein Hobby wieder aufzunehmen. Er konnte ein Grundstück  in der Gartenkolonie Havelmüller im Steinbergpark mit Bienenstellplätzen, Schleuder- und Abfüllraum übernehmen.  Dort, in seinem kleinen Paradies, versorgte er seine Bienen und betreute als Imkerpate hier seine Imkerlehrlinge, teilweise mehrere Jahre lang. Mitte der 1970er Jahre trat er dem örtlichen Imkerverein bei, dem heutigen Imkerverein Reinickendorf-Mitte, zeitweise als Schwarmfänger und seit Mitte der 80er Jahre für mehrere Jahrzehnte als Kassenwart.

Fragte man Fleischbein nach seinem imkerlichen Glaubensbekenntnis, so sprach er von seiner uneingeschränkter Bewunderung für das soziale Gefüge im Bienenstaat, von naturnaher Bienenhaltung, der Liebe zur Natur und davon, das Leben mit den Bienen im Einklang mit deren Jahresrhythmus und entsprechende Völkerführung zu gestalten.
Entsprechend arbeitete er von Anfang an nach ökologischen Prinzipien, also z.B. mit biologisch erzeugten Mittelwänden, lange bevor man im Verein selbst Mittelwände gießen konnte.

Andererseits bewahrte Wolfgang Fleischbein manches traditionelle Imkerwissen und eine Sammlung älterer Imkereigeräte und –materialien. Anlässlich seines eigenen 60-jährigen Imkerei-Jubiläums übereignete er sie dem Imkerverein. Er hatte für die Objekte damals eine Heimstatt auf der „Alten Fasanerie“, der Familenfarm Lübars, gefunden, ein Betrieb des EJF, des Evangelischen Jugend- und Familienwerks. Die Farmverwaltung schloss einen Pachtvertrag mit dem Imkerverein, stellte einen Raum als Museum zur Verfügung und unterstützte bei dessen Aufbau. Gemeinsam haben Fleischbein, der im Jahr 2023 verstorbene Dr. Karl-Dittmar Klein und ich Struktur und Konzept der Präsentation erarbeitet.


Am 8.5.2011 wurde das Imkereimuseum eröffnet, das einzige in Berlin.
2014 musste es innerhalb der Farm umziehen; zwar waren die Räume kleiner als vorher, aber in der Nähe des Einganges gelegen, so dass wir während der Öffnungszeiten an den Wochenenden große und kleine Besucher ansprechen und für Bienen begeistern konnten. Zusätzlich nutzten wir ein kleines eingezäuntes Gelände als Schaugarten für insektenfreundliche Pflanzen und für ein Bienenschauvolk. Für dessen Ausbau hatten wir sogar 3.000 € eingeworben.
Im Jahr 2017 übernahm das Elisabethstift die Familienfarm Lübars und kündigte den Pachtvertrag mit dem Imkerverein Reinickendorf-Mitte.
Aber auch in dieser großen Bedrängnis fanden Wolfgang Fleischbein und seine Frau ein Ausweichquartier für das Museum: Die Schule am Vierrutenberg versteht sich selbst als „grüne Schule“ und stellte für das Imkereimuseum einen kleinen Dachgeschossraum zur Verfügung und zusätzlich ein geschütztes Gelände für Bienen- und Schauvolk auf dem Hof. Schüler lernen dort in kleinen Arbeitsgruppen das faszinierende Leben der Immen kennen.

Nach einem erfüllten und erfolgreichen Imkerleben zog sich Wolfgang Fleischbein nach langer Krankheit zurück. Als er seine Bienen nicht mehr betreuen konnte, spürte seine Familie, dass sein Lebenswille schwächer wurde. Am 4.März 2024 starb Wolfgang Fleischbein nach einer Nierenoperation.
Ich denke, er hat sich um den Imkerverein Reinickendorf-Mitte verdient gemacht. Wir trauern um einen aufrechten, kenntnisreichen und warmherzigen Menschen und Mitimker.

Gisela Winkler
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Dr. Karl-Dittmar Klein
+ 23. April 2023

Unerwartet ist unser Vereinsmitglied Karl-Dittmar im Alter von 84 Jahren verstorben. Über 27 Jahre lang war der diplomierte Physiker bei uns Mitglied und präsentierte oft selbst erdachte Lösungen für imkerliche Herausforderungen. Gerne teilte er diese Ideen auf Vereinsabenden und war auf vielen Festen und Vereinsveranstaltungen ganz vorn mit dabei (siehe auch unseren "Tag der offenen Imkerei 2018"). Er begeisterte Groß und Klein für die Imkerei, engagierte sich in der Museums-AG und war ein geschätzter, hilfsbereiter Kollege.

Sein Engagement fehlt uns sehr.

M. von Orlow


 

Michael Metzer
+ 24. August 2022

Überraschend und unerwartet ist Michael Metzer mit 65 Jahren verstorben. Der Pharmazeut, der seine Rentenzeit als angehender Jungimker verbringen wollte und der mit viel Herzblut seine Völker betreute, hinterläßt eine große Lücke.

Sein Temperament und Engagement überforderte manchen während er gleichzeitig zurückhaltend und diskret tatkräftig anpackte und den Verein großzügig unterstützte. Sein Eifer fehlt uns sehr und wir werden bei der von ihm maßgeblich mitgetragenen Baumspende seiner gedenken.

Wir wünschen seiner Frau Brigitte und seiner Tochter viel Kraft in dieser Zeit der Trauer.

M. von Orlow


 

Holger Hantschel
+ September/Oktober 2020

Im Herbst 2020 ist überraschend und unerwartet unser Vereinsmitglied Holger Hantschel verstorben. Als imkerlicher Tüftler und Bastler mit Blick für die kleinsten Details ist er uns in guter Erinnerung, der auch den weiten Weg von Kleinmachnow nach Reinickendorf nicht scheute um bei unseren Mitgliederversammlungen dabei zu sein - wir bedauern es sehr, ihn nicht mehr in unserer Mitte zu haben!

M. von Orlow


 

Karl-Heinz Riebschläger                           
+ 11. Juni 2020

Die hiesige Imkerei trauert um einen Freund, der in mehr als 46 Jahren sehr viele Werte des Imkerwesens weiter vermittelt hat. Er hat nie nachgelassen, auch die einfacheren Fragen der Neulinge geduldig zu beantworten, und wenn es um die richtigen Fachfragen ging, seine lange gesammelten Erfahrungen weiterzugeben.  Dazu gehörte auch, das Interesse vieler sogar im Bereich seines eigenen Bienenstandes zu wecken und vor allen Dingen auch die  junge Generation zu interessieren.  In der benachbarten Grundschule am Vierrutenberg, die auch das Imkerei-Museum beherbergt, leitete er über viele Jahre und bis zum Ende der letzten Saison mit den Schülern eine Bienen-AG.  
Seine oft gehörten Devisen lauteten auch: "Ich bleibe immer Lehrling an den Bienen" und auch „Jedes Teil weniger in der Imkerei ist ein Gewinn für den Imker“.
Geradezu leidenschaftlich verteidigte er seine handschriftliche Buchführung über Zu- und Abnahme der Trachtgewichte. Vergaß auch nie, klimatische und jahreszeitliche Einflüsse gründlich zu erläutern und an deren Beobachtung zu erinnern. Er übte als Obmann für Beobachtungen dieses Amt über viele Jahre gewissenhaft im Verein und im Verband aus bis die zunehmende Verbreitung von Stockwaagen diese Funktion übernahm.
Wer die Gunst hatte, seinen Bienenstand zu besuchen, erinnert sich gern an die fachmännisch aufgebauten Beuten und einige bestimmt auch an ein von ihm als Ingenieur geplanten und entwickelten stählernen Dampf-Wachsschmelzer mit Manometer.  Er ließ nicht nach, seine Funktion
zu erläutern und lud seine Imkerkollegen dazu ein, ausgeschleuderte Rähmchen zu reinigen und auf diese Weise keimfrei zu machen. Denn Kochen reichte ihm nicht. Nur der in dem Behälter erzeugte Dampf mit einer Temperatur von über 100 Grad sorgte für die Auslöschung aller Viren und Keime und damit auch für einen gesunden Wachskreislauf (Siehe Galerie Wachsküche)
Mit leichter Erheiterung konnten wir von ihm auch erfahren, dass nicht nur die Bienenhaltung Erfüllung sein muss. Auch Hühnern galt einige Zeit seine Aufmerksamkeit. Wer sie des Morgens auslaufen lassen wollte, der musste schon früh aufstehen. Dem Ingenieur fiel dazu natürlich etwas ein.  Ein nicht unkompliziertes Klappensystem hatten die Hühner zu begreifen und Karl-Heinz mit seiner Frau Christina konnte somit (etwas) länger schlafen. Er ließ nicht nach, in der Sitzung beim Stichwort Hühner, die erdachte Konstruktion zu erläutern.
Sitzungen wurden somit launiger und  lebendiger.
Christina, deren Vater beide in die Wichtigkeit der Imkerei einweihte und hinein zog,  war  nicht nur helfende Hand, sondern übernahm auch die Honigverarbeitung und –vermarktung. Mit der allgemeinen Rollenveränderung in der Imkerei kam auch Christina zu den Imkertreffen und war in den letzten Jahres stets mit dabei. 
Seine vielen Pläne, die er schon im Kopf hatte, kann er jetzt nicht mehr  verwirklichen.
Aber die immer nachwachsenden Ideen werden Ansporn für kommende Generationen sein, nicht in dem Bemühen um die Erhaltung unserer ökologischen Umwelt nachzulassen. Ein wesentlicher Teil seiner Überlegungen und Bemühungen wird in unseren Gedanken und in unserem Handeln weiterleben.

G. Zimmermann (in kursiv: Ergänzungen vom Vorstand)


 

Ditmar Ziekursch                             
+ 08. Januar 2020

Wir verlieren mit ihm einen Imker, der sich über viele Jahre der Königinnenzucht sowie der Pflege und Erhaltung unserer Bienenvölker gewidmet hat.
Gern hat er sein Wissen und die praktische Anwendung aller wichtigen Handhabungen an  uns und die heranwachsende Schülergeneration weitergegeben.
Sein Interesse an Bienen wurde schon geweckt, als er noch Schüler war und entwickelte sich im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeiten im Westfälischen hin zum Imkerwesen ständig weiter.
Nach Übernahme eines gesamten Bienenstandes wurde Herr Ziekursch 1975 Vereinsmitglied und würde jetzt auf 45 Jahre Verein, aber insgesamt 70 Jahre Imkeraktivität zurückblicken.
In dieser Zeit hat er, in Begleitung seiner stets helfenden Ehefrau, allein 40 Jahre den Belegstand für die Königinnenzucht des Imkerverbandes Berlin im Tegeler Forst betreut. Ein Gästebuch aus dieser Zeit belegt die Durchführung vieler Veranstaltungen und die Unterrichtung interessierter Schulklassen.
Über den Vereinsrahmen hinaus war sein Sachverstand so sehr gefragt, dass er 1980 vom Amtstierarzt  als Seuchensachverständiger eingesetzt und vom Grünflächenamt als Berater für die bienengünstige Anpflanzung von Straßenbäumen hinzugezogen wurde.
Diese Aufzählung selbstlosen Einsatzes kann nicht vollständig sein, soll aber darin münden, seine langjährige Leitung unseres Vereins (1978 bis 1981) und seinen Einsatz beim Imkerverband besonders hervorzuheben.

Ein bemerkenswerter Vereinskollege hat uns nun für immer verlassen.

G. Zimmermann


Werner Doblies
10.03.1938-17.12.2018

Mit Bestürzung haben wir von dem Tod unseres langjährigen Vereinsmitglieds Werner Doblies am 17. Dezember in Costa Rica erfahren.

Herr Doblies war 40 Jahre Mitglied im Verein und bis zuletzt aktiver Imker. Er war viele Jahrzehnte Physik- und Mathematiklehrer auf der Schulfarm Insel Scharfenberg, wo er auch bis zu seiner Pensionierung die Imkerei betrieb.

Wie kein anderer begeisterte er seine Schüler mit seinen Kenntnissen der Ornithologie, wofür er gerne den Physikunterricht vergaß. Vor dem Unterricht bot er den Schülern die Möglichkeit von Inselspaziergängen an, auf denen man gemeinsam die Insektenwelt erkunden konnte.

Seine Liebe zur Natur brachte er nach seiner Pensionierung u.a. durch Reisen zum Ausdruck, auf denen er photographisch die exotische Tierwelt festhielt. Er war ein vielseitig engagierter Vereinskollege.


Unsere aufrichtige Anteilnahme gilt der Familie und den Freunden von Werner Doblies.

A. Hotzan


Peter Dorn
2.5.1940 – 24.4.2018

Unser langjähriges Mitglied Peter Dorn in den Jahren 1993  bis  2011  Vorsitzender unseres Vereins, ist am 24. April 2018 verstorben.

Wir verlieren mit ihm ein Mitglied, das sich als  Imker und später mit der Lenkung der Vereinsgeschicke über Jahrzehnte zunächst der Pflege seiner Bienenvölker und dann, aus gesundheitlichen Gründen, aktiv nur den Vereinsangelegenheiten gewidmet hat.

Wir  erinnern  uns seines Eintretens für gelebte Vereinskultur.
Unser im Tegeler Forst gelegener Belegstand für die Königinnenzucht wurde auf seine Initiative für die interessierte Bürgerschaft einmal im Jahr geöffnet. Viele Jahre setzten sich Vereinsmitglieder, die ihr Können unter Beweis stellten, aktiv ein, und weckten das Interesse an der Wichtigkeit des Bienenlebens.
In der Folge vieler positiver Reaktionen förderte er auch den Gedanken, „Schnupperkurse“ für an der Imkerei interessierte einzuführen. Die heute beachtliche Zahl von Mitgliedern geht wesentlich auf diesen Gedanken zurück.
Und wer denkt nicht gern an das von ihm immer wieder organisierte jährliche Neujahrsessen in unserer Vereinsgaststätte, an dem auch Mitglieder anderer Vereine teilnahmen, zurück.
Nach dem von seiner Frau erlittenen schweren Gesundheitszusammenbruch galt seine ungebrochene Aktivität nur noch ihrer Betreuung und Pflege, so dass seine Zeit für Vereinsarbeit als Vorsitzender nicht mehr ausreichte.
Wir erinnern uns gern an seine vor ihm verstorbene Frau, die ihm  mit ihrer Freundlichkeit zur Seite stand und gern gesehener Gast bei unseren Veranstaltungen war.

Peter Dorn war unserem Verein als Mitglied bis zum Schluss treu geblieben.

Wir werden seiner gedenken.

G. Zimmermann


Günter Hofmann - Bild: Gerd Zimmermann

Günter Hofmann
19.4.1931 – 4.1.2018

Unser langjähriges Mitglied Günter Hofmann ist am 04. Januar verstorben.

Wir verlieren mit ihm einen Imker, die sich über Jahrzehnte der Pflege und Erhaltung von Bienenvölkern gewidmet hat.
Gern erinnern wir uns seines steten Einsatzes bis ins hohe Alter, in dem er mit Freude und Wissen uns als Vereinsmitglieder in jeder Frage der Bienenhaltung mit Rat und Tat zur Seite stand.

In der Folge ständig wachsender Popularität des Imkerwesens waren sein Wissen und seine Einsatzbereitschaft immer nachgefragt. Er brachte in der Gartenarbeitsschule des Bezirkes Wedding aber auch auf seinem Heiligenseer Grundstück Schülern und anderen Interessierten die Wichtigkeit des Insektenlebens für das Leben auf unserem Planeten nahe.

Langjährig arbeitete er bei Gestaltung und Durchführung des Reinickendorfer Imkertages mit. Sein Rat, vor allen Dingen aber die Erläuterung des Bienenlebens an unserem Schaukasten im Tegeler Forst waren Anziehungspunkt für „Groß und Klein“, wenn es darum ging, bei der Suche nach der Königin zu helfen, und auch auf der Berliner Grünen Woche vertrat er die Berliner Imker, indem er die wissbegierigen Besucher in die Welt der Bienen und des Honigs einführte.

Mit ihm gedenken wir auch seiner vor ihm verstorbenen Frau, die uns  mit Freundlichkeit und hausfraulichem Wirken beim Imkertag in guter Erinnerung ist.

Der hinterbliebenen Familie, die an seinem Wirken teilgehabt hat, gelten unsere Gedanken, und wir wissen, dass sie die Wichtigkeit und das Wesen der Imkerei in seinem Sinne weitertragen wird.

G. Zimmermann


Rosel Kuntze
29.8.1937 – 21.9.2017

Unser langjähriges Mitglied Rosel Kuntze ist verstorben.

Wir verlieren mit ihr eine Imkerin, die sich über Jahrzehnte der Pflege und Erhaltung von Bienenvölkern gewidmet hat.
An der Seite ihres Mannes Lothar, der eine ganze Reihe von Völkern an unterschiedlichsten Plätzen unterhalten hat und noch unterhält, hat sie still an seiner Seite mitgearbeitet und ihn damit gut unterstützt.
Unserem Mitglied Lothar Kuntze gelten unsere Gedanken, und wir hoffen, dass er weiter die Kraft behält, Wichtigkeit und das Wesen der Imkerei weiterzutragen.

G. Zimmermann


 

Martin Kraft
12.11.1911 – 27.1.2017

Martin Kraft - Bild: Silke Beckendorf (Deutsches Bienenjournal)Am 27.1.2017 starb unser Mitglied Martin Kraft.

Er war am 12.11.1911 in eine Zeit voller Krisen hineingeboren, er gehörte zu einer Generation, die durch zwei Kriege, viele harte Entbehrungen, Gefangenschaft und Nachkriegszeit sehr dezimiert war, und er hat doch 105 Jahre erlebt!

Das Deutsche Bienenjournal hat ihm in Ausgabe 12 / 2016, Seite 62, bereits ein schönes ausführliches Porträt gewidmet, auf das wir ausdrücklich hinweisen („Martin Kraft feiert seinen 105. Geburtstag“ von Silke Beckendorff) und das kaum Ergänzungen nötig macht.

Fassen wir kurz zusammen: Auf einem Bauernhof lernte er die Imkerei kennen und kam nicht mehr davon los, wenn auch zunächst nur als Leser einer Imkerzeitschrift. Nach Kriegsjahren in Frankreich und Gefangenlager in England wurde er Religionslehrer, zunächst in Ostberlin, nach dem Mauerbau 1961 im Westteil der Stadt.

Eigene Bienen schaffte er sich erst kurz vor dem Rentenbeginn an und trat am 1.1.1972 in unseren Verein ein. Er war lange aktives Imkermitglied bei uns, so dass er zum 30.12.2013 zu unserem Ehrenmitglied ernannt wurde.

Martin Kraft war seinen Bienen sehr verbunden. So liebte er es im Sommer, seine Mittagsruhe im Liegestuhl vor den Beuten zu verbringen, und er war überzeugt, dass Bienenprodukte die Gesundheit stärken.

Es muss ihm schwer gefallen sein, vor fünf Jahren aus Altersgründen auf die Imkerei zu verzichten. Aber auch weiterhin nahm er jeden Abend ein Zuckerstück voll Propolis zu sich. Ob er deswegen das hohe Alter erreicht hat?

Tatsächlich war er in seinem Leben nur 5 Tage lang bettlägerig. Es waren seine letzten Tage.

Wir stehen staunend vor diesem aktiven Imkerleben. Martin Kraft kann uns ein Vorbild sein.

G. Winkler


Herbert Klotz
6.10.1932 – 6.8.2015

Bereits der junge Herbert Klotz begeisterte sich für die Imkerei und begann mit 16 Jahren, selbst Bienen zu halten. Schon 1949 trat er unserem Imkerverein bei und war ihm stets ein treues Mitglied und für uns ein zuverlässiger und hilfsbereiter Imkerkollege, auf dessen Rat wir bauen konnten.

Gern nahm er an Fahrten des Berliner Imkerverbandes teil und ist aus dieser Zeit vielen Berliner Imkerfreunden bekannt.

Am 12.3.1962 erhielt er die Ehrennadel in Gold des Deutschen Imkerbundes und am 6.6.1999 ernannte der Imkerverein Reinickendorf ihn zu seinem Ehrenmitglied.

Vor einigen Jahren wurden Faulbrutsporen in seinen Völkern gefunden und er musste sie vernichten. Damals unterbrach er seinen Urlaub, um die Bienen zu seinem großen Leidwesen abzuschwefeln. Der Imkerverein hat sehr bedauert, dass Herbert Klotz anschließend die praktische Imkerei aufgegeben hat; dem Verein blieb er jedoch noch viele Jahre treu.

G. Winkler


Martin Pfannenschmidt
04.10.1927 - 09.09.2014

Mit der Imkerei begann unser Vereinskamerad Martin Pfannenschmidt schon 2 Jahre vor seinem Ruhestand als Zahnarzt, um als Rentner eine weitere sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu haben. Unserem Verein gehörte er 27 Jahre an. Den Honig seiner 10 Völker hat er nie verkauft, sondern immer an seine große Familie,an Nachbarn und Freunde verschenkt.

Trotz seiner schweren Krankheit hat er sich quasi bis zum letzten Tag um seine Bienen gekümmert, sie noch eingefüttert und gegen die Milbe behandelt. Am 09.09.2014 verstarb Martin Pfannenschmidt. Er hinterläßt seine Ehefrau mit der er 61 Jahre verheiratet war, seine drei Kinder, sowie acht Enkel und fünf Urenkel. Die Imkerei unseres Vereinskameraden wird wohl von einem seiner Nachfahren weitergeführt.

Martin Pfannenschmidt war ein Menschfreund und es sind oft die Stillen, deren Fehlen besonders auffällt. Er wird uns als stets freundlicher, hilfsbereiter Imkerkollege in guter Erinnerung bleiben.

H. Pipper